Polaroid Filme

Über Polaroid hatten wir hier und hier berichtet. Laut Heise hier kommen nun neue Filme für Polaroid Sofortbildkameras auf den Markt. Und so mancher fragt sich, welche Erfolgsaussichten hat dieses Revival?

Die Antwort ist Dank Internet und “Web 2.0” einfach: gute.

Denn man findet zum Beispiel bei der Foto-Seite Flickr eine Gruppe von Polaroid-Nutzern. Und diese Gruppe hat über 14.200 Mitglieder.
Das sind 14.000 potenzielle Endkunden für den Filmhersteller, die er relativ einfach erreichen und per Internet bedienen kann.

Wie hoch wären die Kosten, wenn man ein neues und unbekanntes Produkt ohne bekannte Marke über den klassischen Vertriebsweg 14.000 Menschen anbieten wollte?

Polaroid Film

About Polaroid we reported here and here. According to Heise new film for Polaroid cameras will be launched now. And many people ask, what are the chances of success for this product launch?

Thanks to the internet and web 2.0 the answer is easy: pretty good.

Because at Flickr one can find a group of Polaroid users. And this group alone has more then 14,200 members. These are 14,200 potential customers for the producer of Polaroid film, whom they can reach and serve  relatively easy and at low cost via internet.

Just compare, what would it cost to reach 14,200 consumers with an unknown brand and unknown product via the traditional route of wholesale and retail?

Lizenznehmer kauft Lizenzgeber – Modell zur Nachfolgeregelung

Dass Tommy Hilfiger von PVH erworben wurde, ging durch viele Medien. Einige wiesen dabei auf die bestehende Lizenzbeziehung hin. PVH ist bereits seit einiger Zeit der Lizenznehmer von Tommy Hilfiger im Kerngeschäft der Marke, HaKa.

Ein weiterer aktueller Fall entging hingegen vielen Medien außer diesem.
RCP-Technik GmbH ist seit 2007 Lizenznehmer der Marke Rollei, siehe hier. Nun erwarb RCP die Marke.

Aus unserer Sicht ist dieses bisher wohl zumeist zufällige Modell durchaus eine geeignete Strategie für eine längerfristig geplante Unternehmens- und Markenübernahme.

Der ein oder andere mittelständische Unternehmer sollte ein solches Modell in seine Überlegungen zur Nachfolgeregelung mit einbeziehen.

EuGH Entscheidung zu Adwords

Seit über fünf Jahren beschäftigt sich die Rechtsprechung mit Google Adwords unter Markenrechtaspekten. Wir hatten dazu z. B. hier, hier und hier geschrieben.

Nun hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden (Quelle):

Art. 5 Abs. 1 Buchst. a der Ersten Richtlinie 89/104/EWG des Rates vom 21. Dezember 1988 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Marken und Art. 9 Abs. 1 Buchst. a der Verordnung (EG) Nr. 40/94 des Rates vom 20. Dezember 1993 über die Gemeinschaftsmarke sind dahin auszulegen, dass der Inhaber einer Marke es einem Werbenden verbieten darf, auf ein mit dieser Marke identisches Schlüsselwort, das von diesem Werbenden ohne seine Zustimmung im Rahmen eines Internetreferenzierungsdienstes ausgewählt wurde, für Waren oder Dienstleistungen, die mit den von der Marke erfassten identisch sind, zu werben, wenn aus dieser Werbung für einen Durchschnittsinternetnutzer nicht oder nur schwer zu erkennen ist, ob die in der Anzeige beworbenen Waren oder Dienstleistungen von dem Inhaber der Marke oder einem mit ihm wirtschaftlich verbundenen Unternehmen oder vielmehr von einem Dritten stammen.

Gleichzeitig wurde Google als Anbieter des “Internetreferenzierungsdienstes” und Vermarkter der Schlüsselworte quasi frei gesprochen (Zitat):

Der Anbieter eines Internetreferenzierungsdienstes, der ein mit einer Marke identisches Zeichen als Schlüsselwort speichert und dafür sorgt, dass auf dieses Schlüsselwort Anzeigen gezeigt werden, benutzt dieses Zeichen nicht im Sinne von Art. 5 Abs. 1 und 2 der Richtlinie 89/104 bzw. Art. 9 Abs. 1 der Verordnung Nr. 40/94.

Allerdings muss Google bei Markenrechtsverstössen auf Aufforderung löschen (Zitat): 

Art. 14 der Richtlinie 2000/31/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Juni 2000 über bestimmte rechtliche Aspekte der Dienste der Informationsgesellschaft, insbesondere des elektronischen Geschäftsverkehrs, im Binnenmarkt („Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr“) ist dahin auszulegen, dass die darin aufgestellte Regel auf den Anbieter eines Internetreferenzierungsdienstes Anwendung findet, wenn dieser keine aktive Rolle gespielt hat, die ihm eine Kenntnis der gespeicherten Daten oder eine Kontrolle über sie verschaffen konnte. Hat dieser Anbieter keine derartige Rolle gespielt, kann er für die Daten, die er auf Anfrage eines Werbenden gespeichert hat, nicht zur Verantwortung gezogen werden, es sei denn, er hat die Informationen nicht unverzüglich entfernt oder den Zugang zu ihnen gesperrt, nachdem er von der Rechtswidrigkeit dieser Informationen oder Tätigkeiten des Werbenden Kenntnis erlangt hat.

Licensee buys Licensor – model for succession

Many media reported about PVH acquiring Tommy Hilfiger. And some mentioned the existing relationship of licensee and licensor. For years PVH has been the Tommy Hilfiger licensee for the core product group, menswear.

Another case of licensee buying the licensed brand got much less attention, except from PMA. Since 2007 RCP Technik has been the licensee of the iconic Rollei brand, see here. Now RCP acquired the brand.

In our opinion, what so far probably has been happening by chance or for a lack of other options, should be considered as a strategic alternative for proprietors of companies and trademarks.
Many entrepreneurs looking for solutions how to pass on their companies should consider a licensing model first with the possibility to sell the company and the trademarks later to the licensee.